Costa Concordia sinkt im Mittelmeer – Kapitän bereits festgenommen
16. Januar 2012 – 17:02Am vergangenen Freitag ist die Costa Concordia vor der Küste der italienischen Insel Giglio gesunken. Medienberichten zufolge soll der Kapitän das Schiff zu nah an die Küste gesteuert haben. Das Schiff hat einen Felsen gerammt und ist daraufhin gesunken. Dabei sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen, 15 weitere werden immer noch vermisst. Der Bergungsarbeiten dauern nach wie vor an. Sie mussten heute im Laufe des Tages für kurze Zeit aufgrund schlechter Wetterverhältnisse unterbrochen werden.
Wie ZeitONLINE mitteilte, ist der Kapitän bereits verhaftet worden, ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Seine Routenwahl soll letztendlich für das Unglück gesorgt haben. Warum er den Kurs so nah an der Küste entlang wählte, blieb bisher Unklar. Der Kapitän behauptet, die Granit-Klippen seien auf den Seekarten nicht verzeichnet gewesen. Zahlreiche Experten widersprechen dieser Aussage allerdings, unter den Inselbewohnern ist das Riff unter dem Namen „Le Scole“ bekannt.
Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, zeigte sich bestürzt über die Havarie. Die Reederei geht selbst davon aus, dass menschliches Versagen der Grund ist. „Die Firma steht dem Kapitän bei und wird ihm alle notwendige Unterstützung gewähren. Aber wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen und können menschliches Versagen nicht bestreiten“, äußerte sich der Chef Pier Luigi Foschi.
Das Schiff war erst am Freitag von Civitaveccia aus zu einer Mittelmeerkreuzfahrt aufgebrochen. Das Schiff gehört zu den größten und modernsten Schiffen, die diese Saison das Mittelmeer befahren. Es wurde 2006 gebaut und bietet Platz für 3780 Passagiere und 1000 Besatzungsmitglieder. Es war allerdings nicht die erste Beschädigung der Costa Concordia. Bereits 2008 rammte der Kreuzer die Hafenbefestigung von Palermo.